Die Rave The Planet Parade macht am Samstag, den 15. August, um 22 Uhr Schluss. Acht Stunden auf der Straße des 17. Juni, 34 Trucks, 382 Artists – und dann werden die Soundsysteme still, und rund hunderttausend Menschen brauchen ein Ziel.

Berlin hat eine Antwort, wie Berlin das so macht. In unserem Parade-Guide listen wir 18 Afterpartys – von der offiziellen in der Columbiahalle bis zu kleinen Clubnächten, die noch laufen, wenn die U-Bahn wieder fährt.

Wir haben jede einzelne dieser Ankündigungen richtig gelesen. Einlass, Line-ups, Raumkonzepte, Türpolitik, das Kleingedruckte ganz unten, das die meisten überscrollen. Und eine Sache ist uns aufgefallen, also schreiben wir sie auf:

Siebzehn davon sind Clubnächte. Eine ist eine kinky Party.

Warum das seltsamer ist, als es klingt

Das hier ist Berlin. Die Stadt läuft auf Fetischnächten. An jedem beliebigen Samstag findest du ein Dutzend sexpositive Partys, einige davon international bekannt, manche Wochen im Voraus ausverkauft.

Und trotzdem: An dem einen Abend im Jahr, an dem hunderttausend Raver in vollem Ornat von einer Parade strömen – Glitzer, Harnesses, Latex, Bodypaint, Menschen, die drei Wochen an einem Outfit für einen Samstagnachmittag im Tiergarten gebaut haben –, ist der Afterparty-Kalender fast ausschließlich klassischer Techno.

Guter Techno, um das klarzustellen. An den anderen siebzehn ist nichts auszusetzen, mehrere davon sind hervorragend. Aber es ist eine wirklich merkwürdige Lücke. Das Paradepublikum kommt exakt für einen bestimmten Raum angezogen an – und fast niemand hat so einen aufgemacht.

Die Ausnahme: Trance Baby Trance im INSOMNIA

Die eine Party in unserer Liste, die als kinky Nacht angelegt ist, ist Trance Baby Trance by UNDR, im INSOMNIA Berlinin Tempelhof. Einlass 22 Uhr, bis 6 Uhr morgens.

Die Übergabe ist fast schon komisch präzise: Die Parade endet um 22 Uhr, hier geht es um 22 Uhr los – und Alt-Tempelhof ist mit der U6 eine direkte Fahrt vom Tiergarten.

Was daraus tatsächlich eine kinky Party macht und nicht bloß eine Clubnacht mit Kostümmotto:

  • Ein durchgesetzter Dresscode. Latex, Harnesses, transparente Bodys, Lingerie, Mesh, Glitzer, kreative Fetischwear. Aufwand wird an der Tür geprüft, und ein Ticket ist ausdrücklich keine Eintrittsgarantie. 
  • Play Areas, dazu eine Couples Area mit Blick auf den Main Floor, offen für Paare oder Paare +1.
  • Ein geschultes Awareness-Team und eine schriftliche Consent-Policy. Nein heißt nein, vielleicht heißt nein, nur ein klares Ja heißt ja – und du kannst es jederzeit zurücknehmen.
  • Handyfrei ab der Tür. Telefone kommen an die Garderobe. 

Das Line-up

Main Floor: CLAESSENS ist der Headliner. Niederländer, zwei Jahrzehnte im Geschäft, mit Tomorrowland, Ultra, Mysteryland und Dance Valley im Lebenslauf – und bis vor Kurzem tourte er als Tony Junior. Das Pseudonym hat er abgelegt, um unter seinem eigenen Namen härter und persönlicher zu arbeiten. An seiner Seite: subga b2b jeanska und DJ Sweedee.

DUNGEON: Miss Unleashed, Bi Män und Boris Blocksberg.

Was es kostet

  • Vorverkauf: 28 € · Abendkasse: 30 €
  • 20 €, wenn du 28 oder jünger bist – im Vorverkauf oder an der Abendkasse, mit Lichtbildausweis
  • 20 € an der Abendkasse mit Studierendenausweis oder BVG-Sozialticket
  • 18+, und der Einlass für allein kommende Männer ist begrenzt – komm früh, wenn du allein unterwegs bist

Abendkassentickets wird es geben, aber ein Vorverkaufsticket bringt dich in die Priority-Schlange – und an diesem Tag ist die ganze Stadt unterwegs.

Noch etwas

Das ist das letzte Trance Baby Trance. Nicht die letzte Ausgabe der Party, sondern die letzte unter diesem Namen. Sie wird vollständig in UNDR eingegliedert und kehrt im Oktober als BOUNCE by UNDR zurück – gleiche Crew, gleiches Format.

Bevor du losziehst

Ein paar Dinge, die sich lohnen zu wissen, egal für welche Afterparty du dich entscheidest – und für diese ganz besonders:

  • Nimm Wechselklamotten mit. Parade-Outfits sind keine Dresscode-Outfits, und acht Stunden draußen hinterlassen Spuren. Die kostenlosen Duschen hier sind kein Gag.
  • Iss etwas zwischen Parade und Club. Der Übergang von 22 auf 22 Uhr ist auf dem Papier elegant und in der Praxis brutal.
  • Check die Türpolitik, bevor du losfährst. Wir sind ein Guide, keine Gästeliste – Venues ändern ihre Meinung, Line-ups verschieben sich.

Alle Details, Einlasszeiten und Line-ups für alle 18 Afterpartys stehen in unserem Guide. Er funktioniert auch offline – was im Tiergarten an einem Samstagnachmittag aufhört, ein Feature zu sein, und anfängt, der ganze Punkt zu sein.